Was ist eine Stoßwellentherapie?
18. März 2025
Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) ist ein nicht-invasives Verfahren, das ursprünglich zur Zertrümmerung von Nierensteinen entwickelt wurde. Heute findet sie breite Anwendung in der Behandlung verschiedener muskuloskelettaler Erkrankungen.
In unserer Praxis setzen wir die Stoßwellentherapie insbesondere bei Störungen von Sehnenansätzen (Enthesiopathien), Tendinosis calcarea, Achillessehnenenthesiopathien und Ellenbogenenthesiopathien ein.
Wirkmechanismus der Stoßwellentherapie
Stoßwellen sind mechanisch-akustische Druckimpulse, die durch einen schnellen Druckanstieg und eine kurze Impulsdauer gekennzeichnet sind. In der medizinischen Anwendung werden diese Wellen mittels spezieller Geräte erzeugt und gezielt auf die betroffenen Körperregionen gerichtet.
Die Stoßwellen durchdringen dabei Haut und Weichteilgewebe nahezu verlustfrei und entfalten ihre Wirkung erst im tieferliegenden Gewebe.
Die genauen Wirkmechanismen der ESWT sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch wurden mehrere Effekte identifiziert:
- Stimulation der Zellregeneration: Die Stoßwellen fördern die Bildung von Wachstumsfaktoren, die die Gewebeneubildung und Regeneration unterstützen.
- Schmerzlinderung: Es wird eine Reduktion der neuronalen Schmerzweiterleitung sowie eine mögliche Aktivierung von Gate-Control-Mechanismen im Rückenmark angenommen, was zu einer Schmerzlinderung führt.
- Verbesserung der Durchblutung: Durch die mechanische Stimulation kommt es zu einer verbesserten Mikrozirkulation und einem gesteigerten Stoffwechsel im behandelten Gewebe.
Anwendungsfelder der Stoßwellentherapie
Die ESWT hat sich bei einer Vielzahl von Erkrankungen des Bewegungsapparates als wirksam erwiesen. Zu den häufigsten Indikationen gehören:
- Enthesiopathien: Hierbei handelt es sich um schmerzhafte Reizzustände an Sehnenansätzen, die durch Überlastung oder degenerative Veränderungen entstehen können. Typische Beispiele sind der Tennisellenbogen (laterale Epicondylitis) und der Golferellenbogen (mediale Epicondylitis).
- Tendinosis calcarea: Diese Erkrankung ist durch Kalkablagerungen in den Sehnen, insbesondere der Rotatorenmanschette der Schulter, gekennzeichnet. Die Stoßwellentherapie kann helfen, diese Verkalkungen zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern.
- Achillessehnen-Enthesiopathien: Schmerzhafte Veränderungen am Ansatz der Achillessehne können durch die ESWT behandelt werden, um die Heilung zu fördern und Schmerzen zu reduzieren.
- Fersensporn (Fasciitis plantaris): Bei dieser häufigen Ursache von Fersenschmerzen hat sich die Stoßwellentherapie als wirksam erwiesen und ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Kassenleistung.
Evidenzlage und Studien
Die Wirksamkeit der Stoßwellentherapie wurde in verschiedenen Studien untersucht, mit teils unterschiedlichen Ergebnissen. So gibt es beispielsweise bei der Behandlung der Kalkschulter und zur Behandlung des Fersenschmerzes gute Hinweise auf einen Nutzen der ESWT.
Auch bei Knochenheilungsstörungen kann die ESWT eine effektive Behandlungsalternative darstellen, insbesondere im Falle der verzögerten Knochenheilung. In Anbetracht der im Vergleich zur operativen Vorgehensweise sehr niedrigen Komplikationsrate bei vergleichbaren Knochenheilungsraten sollte die ESWT bei Knochenheilungsstörungen als Therapiealternative in Betracht gezogen werden.
Gerne beraten wir Sie in unserer Praxis ob eine Stoßwellentherapie zur Behandlung Ihrer Beschwerden in Betracht kommt.
Ablauf der Behandlung
Eine typische ESWT-Sitzung dauert etwa 15 Minuten. In der Regel werden mehrere Sitzungen im Abstand von ein bis zwei Wochen durchgeführt. Während der Behandlung kann es zu leichten Schmerzen kommen, die jedoch meist gut toleriert werden. Nach der Behandlung können vorübergehend Schmerzen oder Schwellungen auftreten, die jedoch in der Regel schnell abklingen.
Risiken und Nebenwirkungen
Die Stoßwellentherapie gilt als sicher und nebenwirkungsarm. Mögliche Nebenwirkungen können vorübergehende Hautrötungen, Schwellungen oder Blutergüsse an der behandelten Stelle sein. In seltenen Fällen können Schmerzen während der Behandlung auftreten.
Die extrakorporale Stoßwellentherapie bietet eine effektive und schonende Behandlungsoption für verschiedene Erkrankungen des Bewegungsapparates. Doch sie ist nicht für alle Patienten geeignet.
Folgende Kontraindikationen sollten beachtet werden:
- Schwangerschaft: Sicherheitsstudien fehlen, daher wird von einer Behandlung abgeraten.
- Blutgerinnungsstörungen oder Einnahme blutverdünnender Medikamente: erhöhtes Risiko für Hämatome oder Blutungen.
- Akute Infektionen oder Entzündungen im Behandlungsbereich.
- Tumorerkrankungen im behandelten Areal: Risiko einer unerwünschten Zellstimulation.
- Offene Wunden oder frische Verletzungen an der betroffenen Stelle.
Fazit
Die Stoßwellentherapie (ESWT) hat sich als effektive, nicht-invasive Methode zur Behandlung verschiedener muskuloskelettaler Beschwerden bewährt. Sie kann Schmerzen lindern, die Heilung fördern und die Regeneration des Gewebes unterstützen.
Durch ihre gezielte Wirkung auf die Zellregeneration, die Durchblutung und die Schmerzwahrnehmung bietet sie eine vielversprechende Alternative zu invasiven Eingriffen oder langwierigen medikamentösen Behandlungen.
Leiden Sie unter chronischen Schmerzen oder Sehnenbeschwerden? In unserer Praxis setzen wir die Stoßwellentherapie gezielt zur Behandlung Ihrer Beschwerden ein.
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